Sanfte Einschlafmethoden
Sie fragen sich, was Sie denn nun tun können, um sich und Ihrem Kind die Nacht so angenehm wie möglich zu gestalten. Es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie Ihrem Kind helfen können, ruhig in den Schlaf zu finden. Im Folgenden werden sie Ihnen kurz vorgestellt, zuvor einige grundlegende Faktoren.
Die Begleitung bis in den Schlaf braucht jedes Kind unterschiedlich lang. Wann es in der Lage ist, den "Sprung" selbst zu schaffen, bestimmt seine individuelle Entwicklung. Vergleichen Sie daher nicht mit anderen Kindern, auch nicht Geschwisterkindern, denn auch innerhalb der Familie kann es große Unterschiede im Schlafverhalten und -bedarf geben.
Ein allgemein liebe- und verständnisvoller Umgang im Alltag, der sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert, kann einen entspannten Schlaf begünstigen. Durch die Erfüllung der kindlichen Bedürfnisse werden ihm Liebe und Geborgenheit vermittelt, was bis in die Nacht vorhält.
Behalten Sie selbst Ruhe beim abendlichen Zubettbringen. Viele Mütter kennen es, dass die Kinder gerade dann nicht wie gewohnt einschlafen, wenn man sich darauf verlässt und etwas geplant hat. Die Kinder spüren die innere Unruhe und können sich nicht entspannen, daher auch nicht oder nur schwer einschlafen. Schauen Sie also auch auf sich selbst und versuchen Sie, Ihrem Kind Ruhe und Entspannung zu vermitteln. Das Zubettbringen ist ein wunderbar kuscheliger und naher Moment, genießen Sie ihn!
Grundlagen
Wenn Sie über Tag einen liebevollen Umgang miteinander pflegen und Ihr Kind so viel Zuwendung und Körperkontakt erfahren hat, legt es einen guten Grundstein um entspannter einschlafen zu können. Darüber hinaus kann eine individuelle Regelmäßigkeit hilfreich sein, um Hektik zu vermeiden. Wie diese bei Ihnen aussieht, ist in jeder Familie anders.
Eine Reihe von Rahmenbedingungen kann helfen, ideale Schlafbedingungen zu schaffen:
- Verzichten Sie auf Koffein, Alkohol, Nikotin sowie Medikamente, die sich auf Babys Schlaf auswirken können, solange Sie stillen
- Insgesamt eine gesunde Ernährung der stillenden Mutter und des Beikostbabys und ausreichende/ausgleichende Bewegung fördern den Schlaf
- Schlafzimmertemperatur um 18 Grad, vor dem Zubettgehen gut lüften
- Elektrosmok vermeiden und Geräte aus der Nähe des Bettes verbannen
- Auswahl einer bestimmten Einschlafhilfe und geduldiges Verbleiben bei selbiger. Vermeiden Sie Hektik nach dem Einschlafen, warten Sie ein wenig ab, bevor Sie Ihr Kind ablegen. Vielleicht lassen Sie noch eine Weile die Hand auf seinem Bauch liegen, bis es tief schläft und Sie sich leise aus dem Zimmer schleichen können.
- An eine regelmäßig wiederkehrende Einschlafhilfe wird sich das Baby gewöhnen und leichter zur Ruhe kommen
Verschiedene Einschlafhilfen
Einschlafen an der Brust
Viele Stillkinder saugen sich an Mutters Brust genüsslich in den Schlaf. Das sind sehr nahe und innige Momente für Mutter und Kind, die beide sehr genießen können. Für die Mutter ist es eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, sich selbst zu entspannen nach einem anstrengenden Tag. Für das Kind ist es ein sanfter Übergang in den Schlaf, der meist völlig problemlos von statten geht. Mit der Zeit klappt auch das Abdocken des Kindes, ohne dass es erwacht. Die meisten Stillkinder schlafen das eine oder andere Mal an der Brust ein, auch wenn Sie es nicht so beabsichtigt haben. Es ist nichts Schlimmes daran, solange Sie sich damit wohlfühlen.
Schaukeln/Wiegen
Ein Kind in den Schlaf zu wiegen wird rund um den Globus praktiziert. Ob auf dem Arm einer Bezugsperson oder in einer Hängematte, Wiege oder oder oder, die meisten Kinder genießen es sehr.
Tragen
Die meisten Eltern, die Ihr Kind tagsüber viel tragen, kennen es: die kleinen Zwerge schlafen zügig ein, sobald man sich in Bewegung setzt. Gemütlich eingehüllt in ein Tragetuch genießen die Babies die Nähe und die Bewegung, die sie an die Geborgenheit im Mutterleib erinnern. Wenn Sie Ihr Kind nach dem Erreichen des Tiefschlafs vorsichtig mitsamt Tuch ablegen, ist es wahrscheinlicher, dass es nicht erwacht.
Kinderwagen fahren
Hier ist es ähnlich wie beim Tragen. Schläft Ihr Baby während eines abendlichen Spazierganges im Kinderwagen ein, können Sie es entweder darin weiterschlafen lassen oder ganz vorsichtig und behutsam in sein Bettchen legen.
Wickeln/Pucken
Eine etwas in Vergessenheit geratene Technik, das Pucken, hilft den Babies, eine körperliche Begrenzung wahrzunehmen. Sie haben diese bereits im Mutterleib erfahren und scheinen Sie auch außerhalb als beruhigend zu empfinden. Fragen Sie Ihre Hebamme oder eine andere kompetente Person nach der Wickeltechnik.
Warmes Bad
Wie auch bei uns Erwachsenen kann ein warmes Bad sehr entspannend und schlaffördernd sein. Manche Kinder werden dadurch jedoch auch erst munter, probieren Sie es aus.
Massage
Beruhigende, massierende Streicheleinheiten oder eine Babymassage nach Leboyer können wunderbar entspannen. Achten Sie darauf, dass das Baby es warm genug hat und verwenden Sie angewärmtes Öl.
Beruhigende Geräusche/Musik
Völlige Stille kann ein Baby eher in Unruhe versetzen. Monotone, leise Geräusche wie z.B. der Herzschlag einer Bezugsperson, leise Stimmen aus dem Wohnzimmer oder die Geräusche, die eine Familie eben so macht.
Schlaflieder
Singen oder summen Sie Ihrem Baby etwas vor. Verbunden mit Körperkontakt und kuscheliger Atmosphäre kann es sehr schlaffördernd sein. Und denken Sie daran: Ihrem Baby ist es egal, ob Sie gut oder weniger gut singen können.
Für welche Methode auch immer Sie sich entscheiden, erwarten Sie keine Wunder. Ihr Baby hat ein starkes Bedürfnis nach Ihrer Nähe, welches ihm die Natur so mitgegeben hat. Nicht selten plagen es auch unangenehme Dinge wie Bauchschmerzen, Zähne oder ein Infekt, die dafür sorgen, dass Ihr Kind nicht auf Ihre Nähe verzichten kann. Babys Schlaf, vor allem das Durchschlafen, ist ebenso ein Entwicklungsschritt wie das Laufen lernen. Mit Geduld und liebevoller Begleitung können Sie diese Phase der Entwicklung so angenehm wie möglich für die Familie gestalten.
Quelle: Ich will bei euch schlafen! - Ruhige Nächte für Eltern und Kinder von Sibylle Lüpold
Autorin: Mandy Hibbeler
